Welche Pollen können im Frühjahr in Europa unterwegs sein?

Zypressen

 

Der Klimawandel in den letzten Jahren  sorgt für einen weiteren Anstieg der Pollen. Aber nicht nur die absolute Zahl der Pollen ist für die Zunahme von Atemwegsallergien verantwortlich, sondern auch die Kombination aus Feinstaub und Dieselpartikel bei zunehmender Luftverschmutzung. Insgesamt ist in Zukunft mit früheren und auch längeren Pollenflugzeiten zu rechnen. In Europa schätzt man mittlerweile 60 Millionen Pollenallergiker, wobei  regional unterschiedliche Pollen als Auslöser in Frage kommen.
In Deutschland und im skandinavischen Raum sind es primär die Buchengewächse (Hainbuche/Rotbuche/Eiche/Kastanie) und darunter vor allem die Pollen der Birkengewächse (Hasel/ Erle/Birke).Die Blühzeit der Birke überlappt zum Teil mit dem Pollenflug  der Esche, die mehr in Süddeutschland  und in Mitteleuropa beheimatet ist und damit auch dort vermehrt allergologische Relevanz besitzt.  Die Esche gehört botanisch zu den Ölbäumen, deren Hauptvertreter die Olivenbäume sind, deren Pollen eine der  wichtigsten Aeroallergene im mediterranen Raum darstellen. Daneben hat auch das Glaskraut (parietaria judaica/parietaria officinalis), eine Pflanze, die zu den Brennesselgewächsen gehört, im späten  Frühjahr in den südlichen Ländern Ihre Hochblütezeit. Ein dritter wichtiger Mitspieler in den Mittelmeerländern, der auch in Asien am häufigsten Atemwegsallergien auslöst, ist die Zypresse mit ihren Pollen, die in der Regel von Februar bis April, aber auch in manchen Ländern von Dezember bis Spätherbst in der Luft zu messen sind. Ein weiteres wichtiges Allergen sind in bestimmten Regionen, überwiegend in Spanien und der Türkei, Pollen der Platane. Diese können auch in unseren Breitengraden, vor allem in Parkanlagen und an Straßenrändern zu finden sein und bei  höheren Pollenkonzentrationen  Atemwegsprobleme bei Sensibilisierten hervorrufen.

Wichtig für den Pollenallergiker ist das richtige „Timing" d.h. der rechtzeitige Einsatz von antiallergisch wirkenden Medikamenten, die am besten durchgehend während der Pollensaison angewendet werden sollen.

Die Beratung  und Therapie sollte primär durch einen Allergologen erfolgen, da dieser einen Überblick über die sich auf dem Markt erhältlichen Antiallergika hat. Antiallergika, die ohne Rezept in der Apotheke zu erwerben sind, sogenannte OTC -Präparate, haben häufig den Nachteil, dass sie sedierend wirken.