Was ist eine Nahrungsmittelintoleranz

Im Gegensatz zu einer Nahrungsmittelallergie ist eine Nahrungsmittelintoleranz keine immunologisch vermittelte Reaktion d.h. weder im Hautest noch im Blut sind Antikörper   nachweisbar. Laut der EAACI (European Academy of Allergy and Clinical Immunology) fallen Kohlenhydratmalabsorptionsstörungen (Lactose/Fructose/Sorbit) und Intoleranzreaktionen auf Zusatzstoffe (Farbstoffe/Konservierungsstoffe) sowie auf natürlicherweise vorkommende Stoffe in den Nahrungsmittel (biogene Amine, Aromastoffe) unter diese Einteilung.

Die Lactoseintoleranz, hinter der bedingt durch Mangel des Enzyms Lactase eine unzureichende Spaltung des Milchzuckers steht, betrifft etwa 20% der Bevölkerung, und geht mit isolierten Bauchbeschwerden wie Blähungen, Bauchkrämpfen bis hin zu Durchfällen einher. Etwas häufiger ist die Fructosemalabsorption, bei der die Resorptionskapazität auf <25 g Fructose/Std unphysiologischerweise herabgesetzt ist, und sich auch primär in Bauchbeschwerden äußert. Beide Kohlenhydratstörungen treten oftmals in Kombination auf und lassen sich mit Hilfe eines H2-Atemtest, der eine sorgfältige Vorbereitung des Patienten verlangt, diagnostizieren. Steht eine Fructoseintoleranz fest, ist eine Austestung mit Sorbit in der Regel nicht nötig, da der Sorbitstoffwechsel, soweit er verstanden ist, mit der Aufnahme der Fructose interferiert.

Die Intoleranzreaktionen oder auch als pseudoallergisch beschriebenen Reaktionen auf Nahrungsmittelinhaltsstoffen werden mit Krankheitsbilder wie der chronisch spontanen Urtikaria und/oder Angioödem, aber auch mit einem nicht allergischen Asthma in Verbindung gebracht. Für das atopische Ekzem sowie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist ein solcher Zusammenhang bisher nur in Einzelfällen beschrieben. Besteht durch die Anamneseerhebung der Verdacht auf eine Pseudoallergie so wird eine zusatzstofffreie bzw. arme Diät für 4 Wochen durchgeführt, die sowohl diagnostischen als auch therapeutischen Charakter hat.

Die Grundlage für das Erkennen von einer Nahrungsmittelintoleranz ist ein ausführliches Gespräch zwischen dem Patienten und einem allergologisch ausgebildeten Arzt, der im Verlauf nach Diagnosestellung in Kooperation mit einer Ökotrophologin den Patienten diätetisch führt. Eine solche diagnostische Diät hat zum Ziel, dass der Patient beschwerdefrei wird, Spaß am Essen zurück gewinnt und nicht fälscherweise auf Nahrungsmittel verzichtet, die er verträgt!

 

                                Nahrungsmittelunvertrglichkeiten