Nahrungsmittelallergie

Eine Nahrungsmittelallergie ist eine immunologische Reaktion, die auf eine Antikörperbildung gegen eine definierte Proteinstruktur in einem Nahrungsmittel zurückzuführen ist. Sie kann sich in Form von Hauterscheinungen (Urtikaria oder Ekzem), allergischen Fließschnupfen (allerg. Rhinitis) mit und ohne Asthma, Beschwerden des Magen-Darmtraktes und schweren Kreislaufreaktionen äußern. In der Allergologie werden primäre von sekundären Nahrungsmittelallergien unterschieden. Die sekundären werden in der Regel über eine Pollenallergie (Birken oder Beifusspollen), die primären nach dem heutigen Kenntnisstand über eine Sensibilisierung im Magen-Darmtrakt erworben. Die sogenannten pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien betreffen häufig Kern-Steinobst, Nüsse, Sojaprodukte, Karotte, Sellerie und Kräuter bzw. Gewürze und können schon bei der Erhebung der Krankengeschichte relativ leicht erfasst werden. Meistens geben die betroffenen Patienten ein orales Allergiesyndrom (Schwellung und Juckreiz der Schleimhäute der Mund/Rachen Schleimhaut). Komplizierter wird es bei den primären Nahrungsmittelallergien, die mehrere Organsysteme bis zu einem Schockereignis mit Kreislaufversagen einbeziehen können. Neben einer sorgfältigen Anamnese können im Rahmen der Diagnostik neben Bestimmung der Allergieantikörper im Blut auch Hauttestungen mit den verdächtigen Lebensmitteln erforderlich sein. Da die kommerziellen Testextrakte, dies betrifft überwiegend die pflanzlichen Nahrungsmittel, nicht sehr stabil sind , sind Testungen mit nativen Nahrungsmitteln häufig aussagekräftiger.

                                PrickNahrungsmittel

 

Das an der Charité angesiedelte Anaphylaxieregister unter Leitung von Frau Prof. Dr. M. Worm erfasst u.a. auch nahrungsmittelabhängige schwere allergische Reaktionen. So ergab sich nach Auswertung der Daten von 2006-2010 eine „Hitliste“ der häufigsten Auslöser von allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel. Dies waren bei Erwachsenen >18 Jahren Weizen, Soja, Sellerie, Krustentiere und Haselnuss, bei den Kindern < 9 Jahre Erdnuss, Kuhmilch, Haselnuss, Hühnerei und Cashewkerne.
Entscheidend ist, eine Nahrungsmittelallergie zu erkennen und das auslösende Nahrungsmittel zu identifizieren, damit dieses gemieden werden kann. Desweitern wird den betroffenen Patienten ein Notfallbesteck, das aus einem Antihistaminikum, Cortison und Adrenalininjektor besteht, verordnet. Eine Immuntherapie, wie wir es bei den Pollen kennen, gibt es zur Zeit leider noch nicht auf dem Markt. Wissenschaftliche Studien haben aber für die Erdnuss gezeigt, dass eine Toleranzinduktion durch die Zufuhr von steigenden Allergenmengen auch prinzipiell für Nahrungsmittel erreicht werden kann.