Heizperiode: Hausstaubmilbenzeit

Hausstaubmilbe

 

Neben den Pollen sind die Hausstaubmilben eine der wichtigsten aerogen d.h. über die Luft übertragenen, inhalativen allergieauslösenden Ursachen. Dabei ist die Hausstaubmilbe, die zu den Spinnentieren gehört und mit dem blossem Auge nicht gesehen werden kann, per se nicht der Auslöser, sondern primär Produkte bzw. Exkremente der Milbe.
Vor allem wenn die Heizperiode anfängt, haben viele Hausstaubmilbenallergiker zu leiden, da viele Milben dann absterben und ihre Bestandteile in den Hausstaub gelangen und in der Luft aufgewirbelt werden. Prinzipiell lieben Milben ein feucht warmes Klima, etwa 25 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit und finden sich daher vornehmlich in den Matratzen sowie Kopfkissen/Bettdecken sowie auch in Teppichböden und Stoffsofas, wo sich diese Tierchen mit ihren Beinen gut verankern können.
Welche Symptome können bei einer Hausstaubmilbenallergie bestehen?

Juckreiz an der gesamten Haut .
Verschlechterung einer Neurodermitis, da eine Hausstaubmilbenallergie ein wichtiger Triggerfaktor für die Neurodermitis darstellt.
Nächtliche Atemnotattacke i.S. eines Asthma bronchiale
Morgendliche Niesattacken.
Behinderte Nasenatmung
Fliesschnupfen
Augenjucken mit Schwellungen der Periorbitalregion
Oder auch unspezifische Beschwerden wie Schlafstörungen und Kopfschmerzen


 
Wann sollte an eine Hausstaubmilbenallergie gedacht werden?
I.          Bei ganzjährigen allergischen BS, die sich im Herbst/Winter verstärken.
II.         Bei allergischen BS, die sich überwiegend bei Aufenthalt in Innenräumen zeigen
III.        Bei allergischen BS, die nachts im Bett sowie morgens nach dem Aufstehen auftreten
IV.        Bei „ Dauererkältungen“ oder Anhalten der Erkältungserscheinungen trotz    Behandlungsmaßnahmen, da eine Hausstaubmilbenallergie von einem Infekt maskiert werden kann
Wie kann behandelt werden?
Reduktion des Milbenallergens , vor allem durch Verwendung von milbendichten Bezügen für die Matratze, Bettdecken und Kopfkissen, ein sogenanntes ENCASING.
Symptomatische Therapie mit antiallergischen Nasensprays und/oder Augentropfen bzw. ein antientzündlich wirkendes, bronchialerweiterndes Lungenspray.
Eine Immuntherapie gegen die Hauptallergene der Hausstaubmilbe, die für 3 Jahre in Höchstdosisform , eine Umprogrammierung des Immunsystems und damit Symptomfreiheit für den Patienten zum Ziel hat. Zur Zeit wird diese mit regelmäßigen subcutanen Injektionen durchgeführt.
Eine sublinguale Therapie mit einer Milbentablette soll dieses Jahr auf den Markt kommen.
Eine rechtzeitige Diagnostik einer Hausstaubmilbenallergie ist wie bei anderen inhalativen Allergien für den weiteren Verlauf und damit auch für die Lebensqualität der Betroffenen eminent wichtig,da eine klinisch relevante Sensibilisierung auf die Milbe häufig zu einem Etagenwechsel führt und dann vor allem die kleineren und mittleren Atemwege betrifft.