Empfindliche und irritable Haut

Bei der empfindlichen und irritablen Haut handelt es sich nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern um ein Symptom, hinter dem vielfältige Ursachen stecken können. Die Symptomatik wird von Betroffenen sehr unterschiedlich beschrieben und reicht von subjektiven Empfindungen wie Brennen, Stechen, Spannung, Juckreiz bis zu Trockenheit, Rötungen mit Teleangiektasien. Diskutiert werden eine gestörte Hautbarriere als auch eine Dysregulation des Nervensystems mit bestimmten Botenstoffen (sogenannte Neuromediatoren).

Auch eine genetische Veranlagung (Atopie) kann über eine trockene Haut zu entsprechenden Beschwerden führen. Neben einer Reihe von Umwelteinflüssen, denen die Haut als Grenzorgan tagtäglich ausgesetzt ist , wie Kälte, UV Strahlung, Hitze und Umweltverschmutzung spielen hormonelle Faktoren (Menstruationszyklus, Klimakterium) als auch Life style Faktoren eine Rolle. Darunter sind Ernährung, Stressbewältigung sowie die Anwendung von Reinigungs-und Pflegeprodukten zu nennen. Gerade der letzte Punkt ist sehr bedeutend, da hier vielfach eine „Überpflegung“ der Haut stattfinden kann. Mit der Anzahl der eingesetzten Produkte steigt auch das Risiko für eine irritative bis hin allergische Reaktion ( irritative bzw. allergische Kontaktdermatitis). Gerade duftstoffhaltige Externa haben ein hohes irritatives/allergisches Potential und führen die Hitliste der häufigsten Kontaktallergene an.

Da eine empfindliche und irritable Haut häufig ein multifaktorieller Zustand ist, bedarf es einer sorgfältigen Anamnese, die mit Hilfe eines Fragenbogens erfolgen kann. Damit können leicht alle Faktoren, die entweder auslösend oder aggravierend für die Beschwerden sind, erfasst werden. Darauf basierend lassen sich dann entsprechende Therapieempfehlungen mit dem Patienten zusammen erarbeiten. Download PDF