Die Pollensaison ist noch nicht vorbei

Nach Birke und Gräser fliegen die Beifuss- und Ragweedpollen. Nachdem der Birken- und Gräserpollenflug vorbei ist, müssen nun die Beifussallergiker leiden (Saison Juli bis September). In Nordeuropa ist Beifuss das drittwichtigste Allergen, das einen Heuschnupfen auslösen kann. Es ist in Europa und auch in Asien beheimatet, wo es ebenfalls für viele allergische Atemwegserkrankungen verantwortlich ist. Zusätzlich wird der Beifuss als sogenanntes Leitallergen bei Allergien auf Gewürze und insbesondere auf Sellerie angesehen. Dies erklärt sich durch sogenannte Kreuzreaktionen, d.h. primär werden die Allergieantikörper gegen die Beifusspollen gebildet, die dann mit ähnlich strukturierten Proteinen in anderen Nahrungsmitteln kreuzreagieren. So ist ein sogenanntes Sellerie-Karotten-Beifuss-Gewürz- Syndrom oder auch ein Birke-Beifuss- Sellerie- Syndrom bekannt. Ebenfalls gibt es Kreuzreaktionen mit dem Traubenkraut (= Ambrosia oder Ragweed ), dass sich zum Teil mit der Saison der Beifusspollen überschneidet und bis in den Oktober Allergikern Probleme bereiten kann. Diese aus Nordamerika ursprünglich kommende Pflanze verursacht dort hohe Gesundheitskosten und ist auch in Europa auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland reagieren zunehmend mehr Menschen auf Ragweedpollen, die vom Wind Hunderte von Kilometer getragen werden und eine starke allergische Potenz besitzen.
 
 Wie bei allen Pollenallergien gilt auch hier, dass durch eine individuelle Beratung und Therapie die betroffenen Patienten auch während der Pollensaison eine sehr gute Lebensqualität erreichen können. Allergologen raten primär, wenn es keine absoluten Ausschlusskriterien gibt, zu einer Immuntherapie, die für mehrere Jahre durchgeführt werden muss. Nur diese Therapieform kann das Entstehen von Asthma verhindern, dass bei einem Drittel der Patienten mit Heuschnupfen im Lauf der Jahre auftritt.